Der Ursprung des Kakaos
Der Ursprung des Kakaos liegt in den Regenwäldern Mittelamerikas. Bereits 250 Jahre v.Chr. kultivierten Olmeken den Kakaobaum. Von ihnen übernahmen später die Tolteken, Mayas und Azteken den "cacauatl". Bei den Azteken galt die Kakaopflanze als Quelle der Weisheit, gewaltiger Energie und gesteigerter sexueller Potenz. Montezuma II, der letzte aztekische Herrscher, genoss den berauschenden Trank im Überfluss, welcher ihm in Goldtassen dargereicht wurde.
Die damals konsumierte Beschaffenheit des Kakaotrunks unterscheidet sich jedoch stark von der heute üblichen: Die Mayas bereiteten daraus ein warmes die Azteken ein kaltes Getränk, das sie „Xocolatl“ nannten. Das „herbe Wasser“ bezeichnet den ursprünglichen Geschmack der Schokolade und wurde nicht gesüßt. Der Trunk war eher scharf, bitter und mit Chili, Piment oder Vanille gewürzt. Generell war Kakao ein Getränk, das nur der obersten Bevölkerungsschicht, und da auch nur den Männern vorbehalten war.
Weil Kakaobohnen so selten waren, wurden sie überdies noch als Zahlungsmittel verwendet, z.B. kostete eine Tomate eine Kakaobohne, ein Kürbis vier, eine Sklavin 50, ein Sklave 100 und ein Truthahn 200 „braune Bohnen“. Und wie jede Währung, wurde auch sie „gefälscht“: Man ließ die Bohnen in Wasser aufquellen oder man färbte sie Aschgrau oder Fahlrot, als Farbe der edelsten Sorten.
Der Kakao kommt nach Europa
Der erste Europäer, der Kakao zu Gesicht bekam, war Christopher Kolumbus. Auf seiner letzten Reise in die „Neue Welt" kaperte er 1502 ein vollbeladenes Handelskanu der Maya vor der Küste von Honduras. Warum die Indios diesen „seltsamen Mandeln“ so viel Bedeutung zumaßten, blieb Kolumbus aber mangels eines Dolmetschers allerdings verwehrt. Somit war die erste Bekanntschaft der Europäer mit Kakao von Verwunderung geprägt, denn eigentlich suchten sie nach Gold.
Aber mit der Eroberung des Aztekenreiches im Jahre 1519 durch Hernán Cortés erkannten die Spanier bald, dass ihnen mit den Samen der Kakaopflanze „braunes Gold“ in die Hände gefallen war. Die Tatsache, dass Kakaobohnen als Zahlungsmittel galten, wurde von den spanischen Konquistadoren mit Begeisterung aufgenommen. Folglich interessierten sich die Europäer zunächst nur für den Kakao als Währung und legten quasi „Geldplantagen“ an. Im Jahre 1528 wurde dann der erste Kakao und die für die Zubereitung des exotischen Getränks notwendigen Geräte dem Kaiser Karl V. an den spanischen Hof mitgebracht. Aber andere Quellen besagen, dass spanischen Mönche als Missionare den christlichen Glauben in die Neue Welt brachten und in den späteren Jahrhunderten einen schwunghaften Handel mit Kakao trieben.